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Es war einmal eine
Europameisterschaft ...
Ich habe Massen an Texten.
In Heften, auf Zetteln, in Kladden, in Notizbüchern und auf Blöcken.
Manchmal ganze Balladen und Gedichte, manchmal auch nur einsame Titel,
Einzeiler oder versandete Zweizeiler. Schließlich weiß man nie, wann
einen die Muse küsst – und noch viel weniger, wann, wie schnell und wie
überraschend sie einem abrupt wieder die kalte Schulter zeigt.
Dabei betrachte ich diese Texte jedoch weit eher als Lieder denn als
reine Lyrik. Nicht selten habe ich ihre Melodien (mehr oder minder)
vollständig im Kopf. Da ich aber leider weder mit der Stimme noch mit
dem Mut eines Sängers gesegnet bin und auch kein Instrument auch nur
andeutungsweise ausreichend beherrsche (meine Künste auf dem Bass sind
nicht der Rede wert), sind meine Lieder lange Zeit stumm geblieben.
Vielleicht fehlte mir all die Zeit das letzte Quäntchen Motivation und
das letzte Bisschen Inspiration. Auf alle Fälle fehlte mir die nötige
Kooperation. Aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben.
Ich sage immer, dass ich meine Lieder nicht schreibe, sondern sie
bereits irgendwo im Verborgenen existieren und ich sie – wie ein
Archäologe oder ein Bildhauer - »nur« finden und freilegen muss.
Allerdings ist das nicht immer einfach und – wie oben beschrieben –
bleibt so manches Lied halb verschüttet oder lässt nur einige wenige
Zeilen von sich sehen.
Um Proud Angel aus der Taufe zu heben, bedurfte es also letztlich einer
ganz besonderen Konstellation. Und als ich mich am 24. Februar 1999 um
3:50 Uhr schlaftrunken an den Küchentisch meiner kleinen
Souterrainwohnung setzte und mit einem Mal wie von selbst diesen Text
schrieb, mit dem ich vorher Wochen und Monate schwanger gegangen war, da
lag das sicherlich auch daran, dass die damalige Dame meines Herzens
einen Tag vorher Geburtstag gehabt hatte, zu dieser Zeit jedoch im
Krankenhaus war und ich nicht bei ihr sein konnte.
Was die Erinnerung an die Entstehung von Proud Angel für mich jedoch
letztlich bis heute so schön macht, ist die Tatsache, dass es sich dabei
um eine Art Gesamtkunstwerk handelt, zu dem viele Menschen auf ihre ganz
eigene Weise ihre höchst persönlichen Mosaiksteine beigetragen haben.
Zuvorderst zu nennen wäre da Mr. Ronald Andrew McKenzie-Shankland,
seines Zeichens äußerst fähiger Übersetzer (kevron@gmx.net) und
brillanter Musiker, der es auf sich genommen hat, in langen Sessions
eine Melodie nach meinen Wünschen zu komponieren. Von ihm stammen auch
Gitarre und Gesang. Großer Dank gebührt auch Rainer Fehl für Keyboards
und Streicher.
Das wunderschöne Cover schließlich stammt aus der Feder meines Freundes
und Studienkollegen Mike Fisher (fishlippi@hotmail.com) aus Tennessee.
Last but not least möchte ich mich auch noch bei David Spratt und David
Tutton von der Firma Sportstranslations (www.sportstranslations.com)
bedanken, die mich seinerzeit im größten Trubel der Europameisterschaft
2000 mit den Worten "This might change your life" von der Arbeit
freigestellt und mir so die Aufnahme im Studio ermöglicht haben.
Sollte Proud Angel jemals veröffentlicht werden, gehen die mir
zustehenden Tantiemen an die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft (www.dmsg.de).
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